gut: statt mit 5000 tapferen freiheitskämpfern um die wette zu strugglen, den tag lieber ruhig und gediegen angehen. mal wieder für die nötigen hygienischen mindeststandards in den eigenen vier wänden sorgen; zur vokü gehen.
scheiße: ach nee, morgen ist auch noch ein tag. idle hands:
i am wasting another day
time slips away
procrastination’s on my tail
glückwunsch! tee, du bist in den blogsport-top-ten. und ich geh jetzt schlafen.
dackelblut, die band fand ich früher ziemlich scheiße. nicht weil sie zu studentisch wären oder aus ähnlichen äußerst wichtigen beweggründen, es waren schlichtweg nur cd’s aber kein schallplattenspieler zur hand. dann also lieber die hier statt sowas
aber halt! dank rosa, meinem liebsten ex-antispe-papst, gelangte dieses juwel deutschsprachiger punkmusik endlich als vinylversion in meinen besitz. und nun hör ich mich allabendlich satt und zufrieden daran.
der erste zahn
der zweite zahn
der dritte zahn
der mund ist voll
schule drauf – lehre dran
sogar studiert – es altert schon
eingekreist abgefangen unbemerkt
so geht es dann
unbemerkt vergessen und das rennt ihm hinterher
er weiß nicht wie ers machen soll
ihm fallen nicht gute dinge ein
wie subkulturen oder fantasie
ein winterschlaf oder nen selbstbemaltes hemd
ich weiß ihr seid zu viele ihr vermehrt euch ohnehin
und wahrscheinlich schon während diesem super warmen schönen guten stück
ohne sinn vermehrt ihr euch
und gott sei dank zerstört ihr euch
ihr 5,4 millarden idioten auf der welt
technisches:
-15 musikstücke, keine aussetzer, mitgröhlkompatibel, im ohr hängenbleibend
-texte, mit äußerst punkigem gespür in grundschulschrift niedergeschrieben, direkt auf der innenhülle nachlesbar
-hungrigmachendes cover [mit wurst, aber hey die dürfen das]
-frank stubbs[leatherface]-produziert
-band genießt ein hohes ansehen bei den wahren punks, anerkennung in der szene daher garantiert
wäre jens rachut zur wahl aufgestellt wurden, würden die im iran jetzt nicht so toben verdammt. da bin ich mir sicher.
so mit das geilste an zur schule gehn waren ja immer diese maßnahmen die sich ausgedacht wurden, um auch dem letzten tagedieb, nichtsnutz und wegelagerer klarzumachen wie wichtig es ist, lohnarbeiten zu gehen. klassenausflug aufs arbeitsamt, jobmessenbesuch, schulbesuch einer arbeitsamtmitarbeiterin, pinsel&tusche-schmieren eines arbeitsalltags des jeweiligen traumberufes, bewerbungsschreibetraining. aber am besten und vor allem sinnvollsten waren die zwei oder vier, so genau weiß ichs garnicht mehr, wochen schülerpraktikum. logischerweise kümmert sich nur der schlag mensch um ne praktikumstelle, der eh schon mit dreizehn so ist wie die eigenen eltern. dem gemeinen schlappiropunk geht sowas natürlich mal total am arsch vorbei, und vater muß rechtzeitig geistesgegenwärtig reagieren um sohnemann ne stelle im betriebshof der magdeburger verkehrsbetriebe im nordosten der stadt zu verschaffen.
im grunde genommen so interessant und sinnvoll wie motörhead-platten nach stilistischen unterschieden zu untersuchen, aber irgendwie war grad die alltägliche absurdität vor ort sehr spannend mitanzusehen. menschen, die einen über mehrere wochen hinweg jeden morgen auf die gleiche art und weise, wörte/tonlage/gesichtsausdruck begrüßen. manch einer richtete sich direkt am arbeitsplatz kleine persönliche bereiche ein, liebevoll ausstaffiert mit pin-up-kalendern, vergilbten tierpostern und glitzernden fußballspieleraufklebern aus hanutapackungen. im nachinein fällt mir da ernsthaft der film „und täglich grüßt das murmeltier“ ein. ich durfte dann die volle praktikumszeit lang straßenbahnheizungen aus und einbauen, straßenbahnsitze ein und ausbauen, straßenbahninnenbeleuchtungen ein und ausbauen, mal irgendwas lackieren, irgendwas auseinanderschrauben und reinigen. und wieder zusammenschrauben. und da die mvb ja darauf erpicht ist, dass es dem arbeitendem an seinem arbeitsplatz gut geht, boten die pausen auch immer genug luft für nette nebenbeschäftigungen: neben kopf aufn tisch und pennen oder kreuzworträtsellösen war da vor allem das saufen sehr beliebt. vielleicht nicht grade unbedenklich, so manch einer trug eh schon eine stattlich rot aufgedunsene kugel faltiges fleisch auf dem hals durch die gegend, was nicht grade auf ein feinfühliges verhältnis zur sauferei schließen lässt, aber naja, zumindest machten alle korrekt und ohne zu murksen ihre arbeit. sogar ein riesiges verdeckt platziertes stalin-gemälde, ddr-relikt, mahnte mit strengem blick immernoch so manch einem zu mehr tatendrang. das verhältnis unter den arbeitern war immer sehr kumpelhaft; sehr schnell wurde man in die armee verschmierter blaumänner integriert und ein liebevoll aber noch durchaus männlich-kraftvolles schulterklopfen lud des öfteren zwischendurch zum smalltalk, thematisch auch mal über die ausgeübte tätigkeit hinausgehend, ein.
im jahr darauf bemühte ich mich komischerweise sogar selbstständig um eine andere praktikumsstelle, obwohl es doch garnicht so übel war. aber ob ein praktikum bei der mvb denn überhaupt sinn macht um jemandem diese arbeit schmackhaft zu machen??
also wenn du so belastbar bist, dir jeden tag 8-10 stunden unfreiwillige komik reinzuziehen [zusätzlich zum leben vor und nach der arbeit], dann melde dich hier!
nachtrag:
ist der song, der mir einfällt[neben rancid’s komplettem 2000er-album], wenn ich an die maloche zurückdenk. da den ganzen tag nur radio saw lief hörte ich den sicher auch mindestens fünfmal pro tag. mittlerweile mag ich den song.
tja, ich hab ja wirklich ernsthaft garnicht mehr damit gerechnet, dass der hier
nochmal den weg in die ewigen jagdgründe findet. so zäh wie sich diese rampensau zu lebzeiten gab, meine fresse. ich kann mich noch erinnern als sei es gestern gewesen, wie sich der werte herr beim ostpunkfestival 2006 im schönen sächsischen rochlitz mit aller kraft an der theke festkrallte um überhaupt noch halbwegs aufrecht stehen zu können, während ein bekannter, 10 meter entfernt von pedder stehend, ca. 5 minuten lang „pedder! pedder! pedder! pedder! pedder!“ in pedders richtung rief, natürlich ohne jegliche reaktion pedderseits. grandios auch die textsicherheit während des auftritts. ein paar textfragmente die noch irgendwo im hinterhirn gespeichert warn ins mikro gebölkt, den rest dem publikum überlassen. so wußte man auch immer ungefähr wenn der refrain einsetzte, um welches lied es sich handelte.
aber mal ehrlich, allein schon wer solche cover
verbricht und das auch noch für punk hält, der hat…………..ähm ach nee, wie ein freund 2005 nach dem ausscheiden von [ex-]papst johannes paul dem zweiten zu mir meinte: „über tote nur gutes!“
in der hardcore-szene wurde ja in den 90ern [zumindest was ich so aus alten punk/hardcore-fanzines mitbekomm. schließlich hab ich damals statt punkplatten zu sammeln noch mit actionfiguren gespielt, was aber auch keinen großen unterschied macht.] gegen „lost and found“ gepöbelt, dieses label+mailorder, das gern schwer zu kriegende hardcoreplatten als billige bootlegs rausbrachte und teuer verscherbelte. ich bin da aber immernoch ganz froh drüber dass mein bruderherz der olle tough guy damals nen haufen hardcore 7inches bestellte und ich somit – lost and found sei dank quasi – an die geile „grätenernte“ 7″ von sergio leone kam.
vielleicht hätte ich nie notiz von dieser genialen platte genommen, hätte er sie mir nicht mit den worten „hier, son kein gott kein staat kein vaterland deutschland ich hasse dich -mist, gefällt dir bestimmt“ überlassen. ich glaube ich habe bis heute kaum eine 7″ so oft gehört wie diese. 7 songs, die zum großteil wirklich sehr an die allerersten sachen von muff potter erinnern [hier spielt übrigens auch der heutige muff potter-bassist mit], + sympathisches cut&paste-booklet mit texten und erklärungen. klassisch halt, wie platten dieses genres nunmal aussahen.
text zu „uns verstehen?“:
was machen die denn da. kann der typ nicht gerade gehen
und warum will er nicht zur arbeit gehen
pass mal auf du blödes arschgesicht
da gibt es dinge, die musst du garnicht verstehen
verpiss dich in dein einfamilienhaus
und gaff den ganzen tag nur blöd zum fenster raus
mach es wie du willst aber lass uns in ruhe
wir passen eh nicht in eure schuhe
alles hinterfragen was wir so machen
am stammtisch über faschowitze lachen
euer scheiss kleinbürgerniveau
ist so scheisse wie witze aufm männerklo
wir sind zu schlau für eure rentenwelt
saufen viel haben trotzdem immer geld
komm pack deine sachen, du kannst nachhause gehn
da gibt es dinge, die müsst ihr garnicht verstehen!
außerdem gibts noch nen …but-alive“nur idioten brauchen führer“-mäßigen „gerappten“ song gegen bullen, auch ganz groß.
eine scheibe die ich für immer geil finden und hören werde. das ist punk, normahl.
ich kam über briefkontakt mit nem damaligen sergio leone -bandmitglied an neuere aufnahmen, die auch geil sind aber insgesamt etwas hardcoriger ausfallen und nicht an die 7″ herankommen. außerdem existiert noch ein demotape, das ich aber leider nicht hab. wers besitzt bitte melden, zwecks überspielen!
sehr lustig auch, was früher so über lost and found abgekotzt wurde, wenn ich mir mal anschau was mittlerweile gang und gebe in der hardcore-szene ist und toleriert wird, da ist lost and found doch nen scheiß gegen.
mit fünfzehn waren bands wie slime, toxoplasma, anti-flag und, ganz schlimm, die karnevalspunks von daily terror das große ding. antifademo hin oder her, aber ein schmissiges „yankees raus!“ von slime trug da mehr zur politischen sozialisation bei als jedes flugblatt vom az magdeburg. dazu was zu rauchen und ne palette dosenbier vom lidl – was braucht ottonormalschlappiropunk da noch großartig? bands wie turbostaat, katzenstreik oder …but alive wurden als studentenpunk verschmäht und verachtet, zumindest aber großflächig ignoriert.
leider und auch zum glück ist die welt dann doch nur für 2-3 jahre so einfach, im besten fall findet trotz hohem rauschmittelkonsums eine weiterentwicklung statt. punkattitude trifft den versuch der politischen differenzierung. das klingt zwar unglaublich eklig, beschreibt aber sehr gut mein damaliges gefühl, und zu dem zeitpunkt wuchs dann auch folgerichtig die begeisterung für …but alive. eine der wenigen bands, bei der t-shirt-sprüche nicht automatisch peinlich sein müssen. gestern hörte ich seit langem mal wieder die bis jetzt ging alles gut-platte, die erste, die ich mir von b.a. zulegte. und immernoch mein favorite. klar, für uns nicht, sog 7″, nicht zynisch werden, hallo endorphin – ohne frage tolle scheiben mit hits ohne ende. aber bis jetzt ging alles gut löste damals wahnsinnig viel [politische und persönliche] euphorie aus. ich erinner mich immernoch jedes mal aufs neue beim hören und mitgröhlen dieser scheibe, ob nüchtern oder sturzbetrunken, mit wohlwollen daran zurück. pathos aus.
statt plattenreviews und anekdoten aus meiner praktikumszeit bei der mvb gibts hier erstmal nix. ich bin nämlich für drei wochen weg, vor allem so ganz ohne computer.
wer errät, von welcher [emo]punkband ich meinen beitragstitel geklaut hab, kriegt ein mixtape. tip: ist kein richtiger song, eher so studio braun -mäßiger telefonstreich.
übrigens: ich habe vorgestern die stauffenberg-verfilmung mit tom cruise gesehen. mir machte der film sehr viel spaß, allerdings auch nur aufgrund des an flachheit nicht zu überbietendem gag-feuerwerks meines besuchs und mir über die körpergröße vom cruise.